Herbstwandertag 2011

Unser Tag begann sehr früh für einen Sonntag: Abfahrt 7:20 Uhr in Soest, Ziel Faßberg-Müden (nie gehört!), Kreis Celle, in der südlichen Lüneburger Heide, 303 Kilometer Fahrt. Wetterbericht und Sonnenaufgang versprachen einen wunderbaren Herbsttag, wie man ihn sich für einen 25. September nicht schöner vorstellen kann, und wir fuhren voller Erwartungen der Sonne entgegen.   Am Ziel bin ich mit Schwung zunächst an dem Schild für unser Treffen (es war wirklich groß genug!) vorbeigefahren, da mein Navi mich noch nicht am Ziel sah. Wie so oft setzte ich mich renitent gegen meinen geduldigen Wegbegleiter durch, um ihm kurz drauf triumphierend den Saft abzudrehen: Ich hatte mal wieder Recht…

Wir gehörten zu den ersten Ankömmlingen, meine Hunde Emma und Mila sprangen fröhlich aus dem Auto, es folgten allgemeine Begrüßungen bei den Menschen und bei den Hunden. Mila, meine Jüngere, teilte fast ununterbrochen heftigst und wie immer lautstark aus, wenn ihr die Rüden zu nah kamen (Ich gehe davon aus, dass sich alle an diese laute Hündin erinnern werden, und entschuldige mich hiermit in aller Form bei allen, die sich durch ihren Lärm belästigt gefühlt haben. Wir arbeiten weiter an diesem Problem.), und Emma, die Ältere, ließ ein wenig die Ohren hängen. Sie scheint für sämtliche Rüden permanent gut zu riechen und dieses Problem wird im Moment noch dadurch verstärkt, dass sie gerade scheinträchtig ist. Emma hasst die Annäherungen der Rüden, wehrt sich aber äußerst selten. Ihr Anblick vermittelte mir ihre Gedanken: Es hätte so ein schöner Tag werden können… Nun, sie konnte denken was sie wollte: Es wurde ein schöner Tag!

Familie Rodehorst, denen ich im Namen aller Teilnehmer hiermit herzlich danken möchte, hatte alles bestens vorbereitet: Wanderwege, Lokalitäten, Essen und Trinken – alles stimmte an diesem Tag bis hin zum Wetter, das sich quasi für das Vorjahreswetter (!) zu entschuldigen schien. Der Wanderweg durch Wald und Heide war exakt ausgeschildert, und auf einer kleinen Anhöhe am Hermann-Löns-Stein erwartete uns ein hilfreicher Nachbar (auch ihm an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!) mit Leckerchen und kalten Getränken für Mensch und Hund. Die Heidelandschaft mit ihren sandigen Wegen hat wirklich ihren ganz besonderen Reiz, und ich ertappte mich bei dem Gedanken, warum ich nicht öfters eine Anreise von 303 Kilometern in Kauf nehme, um einen schönen Hundespaziergang in fremder Umgebung zu machen. Überhaupt gibt es hier in der Lüneburger Heide beeindruckend viel Landschaft, die Gegend gehört offensichtlich nicht zu den bevölkerungsreichsten Ecken der Bundesrepublik.

Auf unserem Rundgang fiel mir überaus positiv auf, dass die Hunde überwiegend auf den Wegen blieben – kann doch eine Horde wild gewordener Berner Sennenhunde mit Leichtigkeit einen Acker verwüsten. Einige laute Raufereien ließen sich dagegen wohl nicht ganz vermeiden, ich hoffe, die leichten Blessuren sind schnell vergessen.

Bei Begegnungen mit anderen Wanderern löste der Anblick unserer zahlreichen und stattlichen Berner Sennenhunde Reaktionen wie Staunen, Bewunderung, Freude, aber manchmal offensichtlich auch Respekt aus.

Nach der Wanderung freuten wir uns alle auf ein leckeres Essen und erfrischende Getränke. In einem scheunenartigen Gebäude, das speziell für Feiern jeder Art errichtet wurde, wurden wir vom Gastwirt Ernst Tewes und seiner Frau Hille herzlichst empfangen und aufs Beste beköstigt: Fleisch, Würstchen, Kartöffelchen und Salate – es dürfte für jeden das Passende dabeigewesen sein. „Bauer Ernst“ berichtete uns Wissenswertes über die Geschichte seines Hofes, während er selbst erfahren durfte, dass unsere Hunde der ihm fremden Rasse der Berner Sennenhunde angehören…

Nach dem Essen hatte jeder die Möglichkeit, seinen Hund der Zuchtrichterin Melanie Gutzeit vorzustellen. Die Hundebeurteilungen fanden auf einer wunderschönen Wiese hinter dem Hof im Schatten hoher Eichen statt und verliefen äußerst gewissenhaft, aber dennoch mit viel Spaß und Gelächter auf Seiten der Zuschauer wie auch der Richter.

Während der kurzweiligen Wartezeit schleimte sich Mila überaus erfolgreich bei anderen Hundebesitzern ein, forderte Streicheleinheiten, die sie zuhause wirklich nie bekommt (sie wird die ganze Woche an die Heizung angekettet…), ein und spannte einem erstaunten Rüden seinen Besitzer aus, indem sie ihn (den Hund, nicht den Mann) laut ankeifte.

Emma präsentierte sich der Richterin wie ein nasser Sack, angelehnt an meine Beine, ohne die sie zweifellos umgefallen wäre, ließ sie das Prozedere dann aber über sich ergehen. Dann kam Mila an die Reihe und meckerte erstmal gründlich und wie immer lautstark mit mir, dass sie erst als Zweite dran kam und ich sie hatte warten lassen: Unverschämtheit! Verglichen mit Emma wirkte sie noch wesentlich munterer…

Nach einem abschließenden Kaffeetrinken fuhren auch die letzten Teilnehmer wieder Richtung Heimat, von meinen beiden Bernern habe ich auf der gesamten Rückfahrt keinen Laut gehört, kein dicker Bumskopf erschien im Rückspiegel. Und heute -ich habe montags immer frei- durfte ich fast grenzenlos ausschlafen, niemand störte mich. Selbst jetzt am PC liegen die beiden Hunde schlafend unterm Tisch, statt das schöne Wetter im Garten zu genießen.

Zusammenfassend kann man sagen: Das Bernertreffen 2011 war eine runde Sache, die Beteiligung von Mensch und Hund war ausgesprochen gut, die Stimmung hervorragend und das Wetter bestens.   Wir kommen immer gerne wieder!

 

Claudia Davidts mit Emma und Mila aus Soest

Herbstwanderung 2011 in der Südheide

Herbstwanderung 2011 in der Südheide



Wir sind die jüngsten Teilnehmer


Leider haben wir den echten " Hermann " nicht getroffen.

Leider haben wir den echten " Hermann " nicht getroffen.

 

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